
Virtueller Museumsrundgang - Moorschutz
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Wert
der Moore
Bild: Ein selten gewordener Anblick ist diese natürliche Hochmoorfläche
Früher galten die Moor in erster Linie als Ödland, das kultiviert werden musste. Mittlerweile ist die Bedeutung der Moore erkannt worden:
- Hochmoore sind Standorte seltener Pflanzengesellschaften und
Pflanzenarten.
- Hochmoore sind Rückzugsgebiete bedrohter Tierarten.
- Hochmoore haben naturwissenschaftliche Bedeutung bei der Erforschung
ökologischer Systeme und für die Natur- und Kulturgeschichte.
- Hochmoore sind landschaftsprägende Elemente, da sie große
Flächenbereiche im nordwestdeutschen Tiefland einnehmen.
- Hochmoore haben eine landschaftsökologische Funktion. Sie haben deutlich Einfluss
auf das Klima. Der Torfkörper und die Torfmoose dienen bei
Starkregenfällen und Hochwasser als Wasserspeicher mit abflussdämpfender Wirkung.
Gefährdung
Hochmoore sind gefährdet durch direkte Eingriffe wie:
- Entwässerung,
- Torfabbau,
- Landwirtschaft, insbesondere durch Umbruch zu Acker mit der
Tiefpflugtechnik,
- Besiedlung,
Weiter sind sie gefährdet durch indirekte Einflüsse wie:
- Nährstoffeintrag durch Dünger aus der Landwirtschaft,
- Pestizidbelastung aus der Landwirtschaft,
- Nähr- und schadstoffbelastetes Regenwasser aus häuslichen und
industriellen Verbrennungsanlagen.
Unter diesen Gesichtspunkten ist es dringend notwendig, die letzten Moorreste
vor weiterer Zerstörung zu schützen. Gestörte Hochmoorbiotope werden in einen
naturnahen Zustand zurückgeführt. Der Schutzgedanke fand eine Grundlage im
Niedersächsischen Moorschutzprogramm. Inzwischen (2006) stehen rund 54.000 Hektar
Hochmoorflächen in Niedersachsen unter Naturschutz. In einem natürlichen
Zustand befinden sich allerdings nur 3.600 Hektar. Bisher sind etwa 12.000 Hektar
wiedervernässt worden. Bis zum Jahr 2050 sollen insgesamt 62.000 Hektar wiedervernässt
werden.
Pflegemaßnahmen
Für viele Naturschutzgebiete und die dazugehörigen Grünlandflächen fehlen
allerdings Pflege- und Entwicklungspläne. Besonders auf Flächen, die sich
nicht in einem optimalen Zustand für die Renaturierung befinden, sind
Herrichtungs- und Pflegemaßnahmen erforderlich.
Eine effektive Sicherung der Hochmoorflächen wird in der Schaffung großer
Moorschutzgebietssysteme gesehen. Nur so besteht Aussicht auf Erfolg für die
angestrebte Regeneration der Hochmoore.
"Wiederbelebung"
der Moore
Entwässerte und teilabgetorfte Moore können unter bestimmten Bedingungen so
hergerichtet werden, dass eine erneute Hochmoorentwicklung möglich erscheint.
Diese Hochmoorentwicklung verläuft als ein dreiphasiger Prozess mit jeweils
unterschiedlicher Zeitdauer über die Wiedervernässung und Renaturierung zur
Regeneration.
Das Bild zeigt eine wiedervernässte Moorfläche. Bis hier wieder ein
wachsendes Hochmoor entsteht, können Jahrhunderte vergehen.
- Phase: Wiedervernässung (einige Jahre - kurzfristig)
Die abgetorfte
Fläche wird wieder hergerichtet und planiert. Durch die Schließung der
Entwässerungsgräben wird eine weitere Austrocknung des Moorkörpers
gestoppt. Regenwasser kann wieder gespeichert werden. Der steigende
Wasserspiegel führt zum Absterben der unerwünschten Folgevegetation.
- Phase: Renaturierung (einige Jahrzehnte - mittelfristig)
Sie
beinhaltet die Wiederherstellung naturnaher Bedingungen. Gegen Ende des
Renaturierungsprozesses, der einige Jahre dauert, hat sich der Moorkörper mit
Niederschlagswasser vollgesogen, Hochmoorpflanzen können sich wieder
ausbreiten.
- Phase: Regeneration (einige Jahrhunderte - langfristig)
Die
Hochmoorregeneration ist erreicht, wenn die wiedervernässte Moorfläche zu
einem lebenden und torfbildenden Hochmoor geworden ist. Eine erfolgreiche
Regeneration hat es bisher nicht gegeben.
Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn *
Oldenburger Str. 1 * 26676 Elisabethfehn
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