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Lebensbedingungen
im MoorDie Abbildung zeigt einen Blick in unseren Moorlehrgarten, in dem zahlreiche Arten der Hoch- und Niedermoore gezeigt werden
Hochmoore weisen einige chemische und physikalische Besonderheiten auf, die Pflanzen und Tieren das Leben schwer machen.
Auch für viele Tierarten ist das Hochmoor kein geeigneter Standort. Das saure Milieu schadet vielen Tieren. Einige Tiergruppen, z.B. Fische, Schnecken, Muscheln und Krebse fehlen völlig. Libellen, Schmetterlinge und einige Vögel können das Hochmoor als Lebensraum nutzen. Sie finden dort ein ausreichendes Nahrungsangebot und geeignete Biotopstrukturen.
Das
TorfmoosVerantwortlich für den hochmooreigenen Wasserspiegel und den hohen Säuregehalt ist ein kleines, unscheinbares Pflänzchen: das Torfmoos (Sphagnum), siehe Bild links.
Die kleinen Torfmoospflänzchen besitzen neben den normalen grünen Blattzellen noch sogenannte Speicherzellen. Damit sind sie in der Lage, das 20-30fache ihres Gewichtes an Wasser zu speichern. Noch im abgestorbenen Zustand wirkt das Torfmoos wie ein Schwamm und nimmt Wasser auf oder gibt es ab.
Torfmoose haben die Fähigkeit, Mineralstoffe an sich zu binden und dafür Wasserstoffionen (H+) in die Umgebung abzugeben. Dadurch versauert ihre Umgebung. Die im Austausch aufgenommenen Mineralstoffe sind Nährstoffe für das Torfmoos. So verbessert die Pflanze ihre Nahrungsbedingungen. Gleichzeitig hält sie sich durch die Säure lästige Konkurrenten vom Hals.
Jedes Jahr wachsen die kleinen Pflänzchen je nach Art zwischen 1 - 30 cm in die Höhe. Nach unten hin vertorfen sie zwischen 0,5 - 1 mm jährlich. Alle anderen Hochmoorpflanzen müssen sich diesem Wachstum anpassen, oder sie werden überwuchert.
Die extremen Standortbedingungen im Moor spiegeln sich nicht nur in der Artenzusammensetzung wieder. Sie wirken sich auch auf die Gestalt der Pflanzen aus.
Bei einigen Pflanzen im Moor kann man beobachten, dass die Zellwände stark und kräftig sind. Derartig ausgebildete Zellwände weisen zum Beispiel die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) und die Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) auf. Wiederum andere Pflanzen haben sehr kleine und zugleich fleischige Blätter wie die Besen- und die Glockenheide (Calluna vulgaris, Erica tetralix). Eine weitere Möglichkeit sind borsten- oder binsenartige Blätter wie beim Wollgras (Eriophorum angustifolium).
Das
BirkhuhnDas Birkhuhn (Abbildung rechts: ein Birkhahn) ist in den Hochmoorgebieten durch die Entwässerung und den industriellen Torfabbau stark zurückgedrängt worden. 1964 wurden in Niedersachsen 7.760 Vögel gezählt. 1976 war der Bestand auf 840 Tiere zurückgegangen. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Emsland keine brütenden Tiere mehr. Die letzen Zählungen von 1985 ergaben einen Bestand von 157 Vögeln für Gesamtniedersachsen.
Im Sommer fallen die zahlreichen Libellen im Hochmoor auf. Libellen besiedeln bevorzugt feuchte Standorte, darunter sowohl Hoch- als auch Niedermoore. Einige Arten sind in allen Lebensphasen an die ökologischen Bedingungen der Moore gebunden. Andere Arten verbringen hier ihre Jugendzeit. Manchmal suchen nur die erwachsenen Tiere das Moor zur Eiablage auf oder gehen dort auf Nahrungssuche.
Der Kleine Moorbläuling (Maculinea alcon) ist ein Schmetterling der Niedermoore. Er legt seine Eier nur am Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe) oder am Schwalbenwurzenzian (Gentiana asclepiadea) ab. Die Enzianart (Gentiana pneumonanthe) verdankt ihren Namen der lungenheilenden Wirkung, die ihm die Volksmedizin zuschreibt. Noch vor der ersten Häutung gelangen die Raupen des Moorbläulings in Ameisennester. Hier ernähren sie sich räuberisch von Ameisenlarven. Die Raupe sondert eine zuckerhaltige Substanz ab, mit der sie die Ameisen geschickt ablenkt.
Der Hochmoorflachläufer (Agonum ericeti) gehört zu den Laufkäfern. Er ist der Hochmoorspezialist schlechthin. Außerhalb von Übergangs- und Hochmooren ist er nicht zu finden. Sein Lebensraum ist der Bereich zwischen Bulten und Schlenken der lebenden Hochmoore. Er kommt mitunter auch auf Hochmoor-Regenerationsflächen vor. Der Käfer ist den Verhältnissen im Moor stark angepaßt. Er kann nur auf sehr sauren Böden leben und reagiert empfindlich auf Veränderungen.
Leben
im NiedermoorAbbildung links: Die Kreuzotter gehört ebenfalls zu den Moorbewohnern.
Auch im Niedermoor spielt der Wasserüberschuss eine große Rolle. Im Gegensatz zu den Hochmooren erhalten Niedermoore ihr Wasser nicht nur durch den Niederschlag. Sie entwickeln sich dort, wo der Grundwasserspiegel hoch ansteht. Durch die höheren Nährstoffgehalte des Grundwassers unterscheiden Niedermoore sich erheblich von Hochmooren.
Die günstigere Nährstoffsituation ermöglicht eine üppige Vegetation. Es sind zahlreiche Pflanzenarten dort vertreten. Die am meisten verbreitete Seggenart ist die Steife Segge (Carex elata), die häufigste Röhrichtart das Schilf (Phragmites australis).
Pflanzengesellschaften der Niedermoore sind Großseggenriede, Braunseggensümpfe, Kleinseggenriede und Röhrichte.
Die nährstoffhaltige, gut entwickelte Pflanzendecke ist auch Grundlage für eine reichhaltige Tierwelt. Niedermoore zählen zu den besonders artenreichen Feuchtlebensräumen. Ihre Fauna ähnelt derjenigen des Feuchtgrünlandes. Niedermoore sind sehr wichtig als Brut- und Nahrungsbiotope zahlreicher Vogelarten. Zu Ihnen gehören Bekassine (Gallinago gallinago), Großer Brachvogel (Numenius numenius) und andere Stelzvögel (Limikolen) sowie verschiedene Entenarten.
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