Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn
Virtueller Museumsrundgang - Moorkultivierung


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Für die Kultivierung wurden die Moorböden im Laufe der Zeit unterschiedlich bearbeitet, um gute Erträge für die Landwirtschaft zu erzielen. Dargestellt sind


Das MoorbrennenDie Moorbrandkultur

Bild: Das Moorbrennen, zeitgenössische Darstellung

Die Moorbrandkultur gehört zu den ältesten Verfahren der landwirtschaftlichen Hochmoornutzung. Sie ermöglicht eine sofortige Bewirtschaftung nicht abgetorfter Moorflächen, allerdings nur für wenige Jahre.

Zunächst entwässerten die Bauern das Moor oberflächlich, indem sie kleine flache Gräben anlegten. Im darauffolgenden Frühjahr wurde die so abgetrocknete Fläche in Brand gesteckt. In die noch warme Asche säten die Bauern vor allem Buchweizen. In geringem Umfang konnten sie auch Sommergetreide, Hafer und manchmal Kartoffeln anbauen. Nach fünf bis sieben Jahren war der Boden erschöpft und musste 20 - 30 Jahre lang brach liegen.

Diese Methode wurde im 16. Jahrhundert in den Niederlanden entwickelt. 1707 führte der Pastor Bolenius sie in Ostfriesland ein. Von dort aus verbreitete sich die Moorbrandkultur im nordwestdeutschen Raum. Bis ins 20. Jahrhundert hinein fand dieses Verfahren in Deutschland Anwendung. 1929 wurde es aufgrund der starken Rauchbelästigung verboten.


Die Fehnkultur

Verfehnung bedeutet die systematische, großzügige Entwässerung des Moores durch den Bau von Kanälen. Zuerst wurde ein Hauptkanal gebaut. Dieser hatte immer Anschluss an einen Fluss, so dass für einen natürlichen Ablauf gesorgt war. Vom Hauptkanal aus ging ein Netz kleinerer Nebenkanäle ab. Man nannte sie "Wieken". Der Torf auf den entwässerten Flächen wurde abgetragen und mit Torfschiffen (Mutte, Pogge, Tjalk) nach Ostfriesland gebracht. Nach dem Verkauf des Torfes nahmen die Fehnkolonisten auf ihren Schiffen Schlick aus den Flüssen mit. Der Schlick musste auf den abgetorften Moorböden trocknen und durchfrieren. Im darauffolgenden Jahr wurde er mit der oberen Bodenschicht (Bunkerde) und Weißtorf gemischt. Anschließend konnte das Land bewirtschaftet werden.

Mit dieser Methode wurden über drei Jahrhunderte hinweg die Hochmoore für die landwirtschaftliche Nutzung kultiviert.


Die Deutsche Hochmoorkultur

Die deutsche Hochmoorkultur löste in weiten Gebieten Norddeutschlands die Moorbrandkultur, zum Teil auch die Fehnkultur ab. Sie wurde 1877 von der Preußischen Moorversuchsstation in Bremen entwickelt. Sie basiert auf der Entdeckung des Mineraldüngers durch Justus v. Liebig. Der Boden wurde mit künstlichem Stickstoff versorgt und aufgekalkt. Im Laufe der Jahre führte dies allerdings zu einer Bodenverschlechterung.


Der MammutpflugDie Deutsche Sandmischkultur

Die deutsche Sandmischkultur kam nach dem 2. Weltkrieg auf. Dieses Verfahren diente der weiteren Erschließung neuer Moorflächen. Außerdem wird es heute als Rekultivierungsverfahren eingesetzt. Auf alternden Flächen der deutschen Hochmoorkultur oder der Fehnkultur können so die Erträge wieder verbessert werden.

Man unterscheidet 2 verschiedene Anwendungen:

  1. Das maschinelle Besanden.
  2. Die Sandmischkultur durch Tiefpflügen. Mit einem großen Pflug (früher Mammutpflug genannt, Bild rechts) wird der mineralische Untergrund (Ortstein) mit dem darüber liegenden Torf tiefgepflügt.

Vielfach sind durch die deutsche Sandmischkultur die letzten Moorflächen im Emsland kultiviert worden. Bisher wurden etwa 200.000 ha Hochmoore in der Bundesrepublik Deutschland tiefgepflügt. Weitere 100.000 ha sollen folgen.

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